Einweihung des Bernhard-Lichtenberg-Murals
Heute wurde in der Paul-Hertz-Siedlung ein neues Mural eingeweiht, das an Bernhard Lichtenberg erinnert. An der Straßenecke Bernhard-Lichtenberg-Ring/Delpzeile macht das Wandgemälde künftig auf das Leben und Wirken des katholischen Geistlichen aufmerksam, der sich während der NS-Zeit für verfolgte Menschen einsetzte und dafür selbst verfolgt wurde. Gestaltet wurde das Mural vom Berliner Collage- und Mixed-Media-Künstler Dima Dobrovolskij. Bei der Entwicklung seines Werkes ließ er sich von den Ideen und der Kreativität der Schülerinnen und Schüler der Anna-Freud-Schule inspirieren. Das neue Kunstwerk fügt sich in die Geschichte dieses Ortes ein: Es ist bereits das dritte Mural mit einem Bezug zur NS-Zeit in der Paul-Hertz-Siedlung.
Entstanden ist das Projekt in Kooperation zwischen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Botschaft des Staates Israel und der Stiftung Berliner Leben – mit Unterstützung der Gewobag.
Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand fasst Lichtenbergs Leben folgendermaßen zusammen:
Der katholische Geistliche Bernhard Lichtenberg war seit 1900 als Pfarrer in Berlin tätig, zuletzt als Domprobst an der St. Hedwig-Kathedrale. In der Weimarer Republik engagierte sich Bernhard Lichtenberg als Bezirksverordneter in Berlin-Charlottenburg. Bereits vor 1933 war er ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten. 1941 protestierte er entschlossen gegen die NS-Krankenmorde. Er trat zudem für Häftlinge in Konzentrationslagern ein und betete öffentlich für verfolgte Jüdinnen und Juden. Bernhard Lichtenberg wurde im Oktober 1941 festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach dem Ende der Haftstrafe sollte er ins KZ Dachau überstellt werden. Bernhard Lichtenberg starb 1943 auf dem Transport in das Lager.
Quelle: GDW-Berlin: Veranstaltung