23. Juli 2026 - Müllchaos am Grünzug Halemweg-Popitzweg: Abgeklebte Mülleimer sind keine Stadtreinigung
Abgeklebte Mülleimer, herumliegender Müll und verärgerte Anwohnerinnen und Anwohner: Die Situation im Grünzug zwischen Halemweg und Popitzweg bleibt trotz eines kurzfristigen Reinigungseinsatzes der Berliner Stadtreinigung (BSR) unbefriedigend. Der CDU-Abgeordnete für Charlottenburg-Nord, Stefan Häntsch, fordert deshalb eine kurzfristige Lösung, damit die Papierkörbe wieder regelmäßig geleert werden können.
Der Grünzug zwischen Halemweg und Popitzweg ist eine der wichtigsten Grün- und Wegeverbindungen in der Jungfernheidesiedlung. Täglich nutzen zahlreiche Menschen den Weg zur U-Bahn oder zum Einkaufen. Gleichzeitig dienen die Grünanlage, zwei Spielplätze und der Bolzplatz vielen Familien als zentrale Erholungs- und Freizeitfläche.
In den vergangenen zwei Wochen bot sich dort jedoch ein unhaltbares Bild. Weil die Papierkörbe über längere Zeit nicht geleert wurden, sammelten sich Abfälle, Essensreste und Glasscherben rund um die Mülleimer. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger wandten sich deshalb an die BSR und an den Wahlkreisabgeordneten.
Die BSR begründete die ausbleibende Leerung mit dem starken Befall durch den Eichenprozessionsspinner. Aus Gründen des Arbeitsschutzes könnten die Beschäftigten derzeit nicht in diesem Bereich eingesetzt werden.
Dazu erklärt Stefan Häntsch, Mitglied des Abgeordnetenhauses für Charlottenburg-Nord:
„Der Schutz der Beschäftigten der BSR hat selbstverständlich oberste Priorität. Niemand darf wegen seiner Arbeit gesundheitliche Schäden riskieren. Gerade deshalb habe ich Verständnis dafür, dass die Situation für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BSR eine große Belastung ist. Gleichzeitig kann es aber keine Lösung sein, einen der wichtigsten Grünbereiche in Charlottenburg-Nord wochenlang sich selbst zu überlassen.“
Nachdem sich Stefan Häntsch MdA mit Nachdruck an den Vorstand der BSR gewandt hatte, wurden am vergangenen Freitag Beschäftigte in Schutzkleidung eingesetzt. Die Papierkörbe wurden geleert und desinfiziert, der Grünzug sowie die Spielplätze gründlich gereinigt.
Allerdings wurden die Papierkörbe anschließend mit Plastiksäcken verschlossen, um weitere Einwürfe zu verhindern. Bereits unmittelbar nach der Reinigung hatte Stefan Häntsch MdA die Sorge geäußert, dass dies keine tragfähige Lösung sein werde. Diese Befürchtung hat sich inzwischen bestätigt: Teilweise wurden die Abdeckungen entfernt oder heruntergerissen, teilweise wurde der Müll einfach neben den Papierkörben entsorgt.
Auf eine erneute Nachfrage teilte der Vorstand der BSR mit, dass eine reguläre Reinigung erst wieder möglich sei, wenn die von einer externen Fachfirma durchgeführte Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners abgeschlossen sei.
Für Stefan Häntsch MdA ist diese Antwort nicht ausreichend.
„Der Grünzug wird täglich von Dutzenden Menschen genutzt. Wenn sich dort Familien, Kinder und Spaziergänger aufhalten können, muss es auch möglich sein, die Papierkörbe regelmäßig zu leeren – notfalls mit entsprechender Schutzausrüstung. Abgeklebte Mülleimer sind keine Lösung.“
Weiter erklärt Stefan Häntsch MdA:
„Die Menschen in der Jungfernheidesiedlung haben Anspruch auf saubere und sichere öffentliche Anlagen. Wer Mülleimer verschließt, verhindert das Müllaufkommen nicht – er verlagert es lediglich auf Wege, Grünflächen und Spielplätze. Das kann niemand ernsthaft als dauerhafte Strategie ansehen.“
Besonders unverständlich sei, dass die BSR ihre Leistungen im öffentlichen Straßenland der Jungfernheidesiedlung trotz der ebenfalls hohen Belastung durch den Eichenprozessionsspinner weiterhin erbringt.
Hierzu Stefan Häntsch MdA:
„Ich erwarte, dass die BSR kurzfristig eine praktikable Zwischenlösung organisiert, bis die Arbeiten gegen den Eichenprozessionsspinner abgeschlossen sind. Der Arbeitsschutz der Beschäftigten und saubere öffentliche Anlagen dürfen kein Widerspruch sein. Beides muss gleichzeitig möglich sein.“