Erinnern heißt Verantwortung übernehmen
Am 1. September jährt sich zum 87. Mal der deutsche Überfall auf Polen. Mit diesem Angriff begann 1939 der Zweite Weltkrieg in Europa. Was folgte, waren Jahre von deutscher Besatzung, Terror, Vernichtung und unermesslichem Leid für Polen und seine Bevölkerung. Gerade deshalb berührt mich ein Bild aus dem Jahr 2023 besonders. Bei unserer Fraktionsklausur in Warschau hatten wir damals am Denkmal des Warschauer Aufstands am Krasiński-Platz einen Kranz niedergelegt. Wenn man dort steht, wird deutlich, welche Geschichte Berlin und Warschau miteinander verbindet. Und zugleich wird sichtbar, was sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat: Aus Feindschaft und unvorstellbarem Leid ist Freundschaft und enge Zusammenarbeit geworden.
Seit 35 Jahren sind Berlin und Warschau mittlerweile Partnerstädte.
Das Abkommen über Freundschaft und Zusammenarbeit wurde 1991 unterzeichnet – nur wenige Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und in einer Zeit, in der Europa sich neu zusammenfand. Diese Städtepartnerschaft ist deshalb weit mehr als ein regelmäßiger Austausch zwischen zwei Hauptstädten. Sie ist ein Zeichen der Versöhnung und ein Stück gelebtes Europa.
Gerade in Zeiten, in denen Frieden, Freiheit und Sicherheit in Europa nicht selbstverständlich sind, dürfen wir diese Entwicklung nicht als selbstverständlich betrachten, sondern müssen alles dafür tun, dass die Freundschaft zwischen Deutschen und Polen weiter wächst.
Gedenken und Versöhnung gehören zusammen. Und die deutsch-polnische Freundschaft ist ein Auftrag für unsere gemeinsame europäische Zukunft.